Ob du auf einem Campingplatz nächtigst oder wild in der freien Natur schläfst – der Standort und der korrekte Aufbau deines Zeltes sind ausschlaggebend für eine angenehme Nacht.

Nicht nur der Schlafkomfort ist ein wichtiger Aspekt. Noch viel wichtiger ist deine Sicherheit.

Der Ort an dem du dein Zelt aufbaust sollte daher gewissenhaft ausgewählt werden.

Nachfolgend gehe ich auf einige Kriterien ein, die bei der Auswahl eines geeigneten Schlafplatzes Beachtung finden sollten.

Vor der Tour: Equipment check

Übung macht ja bekanntlich den Meister.

Solltest du zum ersten Mal mit dem Zelt auf Tour gehen, macht es Sinn, einen Probeaufbau im heimischen Garten oder auf einer Wiese in der Nähe zu absolvieren.

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Generelle Eigenschaften, die der Standort für dein Zelt habe sollte

Wenn du einen Spot zum Aufstellen deines Zeltes gefunden hast, lohnt es sich noch einmal genauer hinzuschauen.

Bodenbeschaffenheit / Untergrund

Grundsätzlich gilt das Motto: Je ebener der Untergrund, desto besser.

Es gibt jedoch auch Camper, die einen leicht geneigten Untergrund bevorzugen. Wenn der Kopf beim Schlafen etwas erhöht liegt, kann es angenehm sein – das ist aber Geschmackssache.

Der primäre Vorteil eines leicht abfallenden Bodens ist der, dass sich bei starkem Regen keine Pfützen am Zeltplatz bilden, da das Wasser ablaufen kann.

Tipp: Bevor du dein Zelt vollständig aufbaust und abspannst, solltest du Probeliegen. So kannst du die Schlafposition testen und falls notwendig die Position des Zeltes korrigieren.

Eine Wiese oder eine Grasfläche stellen ideale Untergründe da. Wald- oder Lehmboden sind bei Trockenheit ebenfalls eine gute Wahl.

Auch Sand kann einen guten Boden darstellen, sofern er einigermaßen trocken und nicht zu locker ist.

Egal welcher Untergrund es ist sehr wichtig, dass im Vorfeld alle Gegenstände entfernt werden, die deinen Schlafkomfort negativ beeinflussen oder dein Equipment beschädigen können.

Steine, Tannenzapfen, Dornen, Wurzeln oder gar Glasscherben gehören nicht unter einen Zeltboden.

Tipp: Eine Bodenplane (Ground Sheet) fällt kaum ins Gewicht und stellt eine zusätzliche Schutzschicht für den Zeltboden da.

Umgebung

Du solltest dir die Umgebung deiner Lagerstätte immer sehr sorgsam anschauen und dabei prüfen, welche potenziellen Gefahren vorhanden sind.

Den besten Schutz vor Wind und Witterung bieten Stellplätze an Hecken, Büschen, Felsen oder Felsvorsprüngen. Doch auch hier können Gefahren z. B. durch Steinschlag lauern.

Bäume können durch ihr Blätterdach vor Regen und Wind schützen. Hier ist jedoch Vorsicht geboten. Das Zelten unter Bäumen kann riskant sein, da bei Sturm und Regen Äste herabstürzen können.

Schau dir die Bäume daher immer genau an. Alte und morsch wirkende Bäume solltest du unbedingt meiden.

Größe

Der Platz, an dem du dein Lager aufschlagen möchtest, sollte groß genug sein, damit du dein Zelt ordnungsgemäß aufbauen kannst.

Idealerweise bietet der Zeltplatz darüber hinaus noch Platz, um dein Fahrrad sicher abzustellen.

Zeltaufbau beim Bikepacking

Urheber: Geosmina

Wichtige Standort-Aspekte beim Zelten in der Natur oder auf Trekkingplätzen

Wasser und Gewässer

Die Versuchung, direkt am Ufer eines Sees oder an einem Bachlauf zu zelten, ist groß. Auch wenn ein Lagerplatz in unmittelbarer Nähe zu Gewässern etwas Abenteuerliches, fast schon romantisches hat, ist es nicht empfehlenswert, zu nah am kühlen Nass zu nächtigen.

Wasserläufe und Bäche können durch Regen nicht nur im Gebirge schnell und stark ansteigen.

Das Tückische daran ist, dass du die Ursache für den Wasseranstieg nicht immer mittelbar mitbekommst. So kann ein starker Regenschauer in den oberen Regionen von Berggebieten dazu führen, dass sich viel Wasser ins Tal bewegt.

In vielen Alpentälern gibt es auch sogenannte Staustufen.

Sie ermöglichen die Nutzung ihrer Wasserkraft. Wird eine solche Staustufe geöffnet, ergießen sich große Mengen Wasser in das Flussbett und er der Pegel steigt rasant an.

Schmale Flussbetten und enge Gebirgsschluchten sind daher denkbar schlechte Plätze, um dein Nachtlager aufzuschlagen.

Stehende Gewässer steigen üblicherweise nicht so sprunghaft an wie Flüsse oder Bäche. Jedoch sorgen nasser und feuchter Boden dafür, dass der Boden deines Zeltes immer feucht ist.

Besonders bei längeren Aufenthalten kann das zu Schimmelbildung und Stockflecken führen.

Wenn möglich, sollte dein Zelt nach einer Nacht am See ausgiebig trocknen, bevor es in den Bikepacking-Taschen verstaut wird.

Lesetipp:  Bikepacking-Zelt Ratgeber: So findest du die richtige Unterkunft

Ein weiterer, nicht zu unterschätzender Nachteil stehender Gewässer ist das vermehrte Auftreten von Insekten und insbesondere von Mücken!

Trotz der genannten Nachteile kann es durchaus attraktiv sein, an einem See sein Lager aufzuschlagen. Du solltest dabei immer darauf achten, dass du genügen Abstand zum Gewässer hast.

Angespülte Muscheln, Algen und Äste zeigen dir die „Flutlinie" an.

Wenn du von dort aus noch einige Meter Abstand nimmst, solltest du auf der sicheren Seite sein – das gilt jedoch nicht für Mücken und Co. daher sollte ein wirksamer Mückenschutz mit auf deiner Packliste stehen.

Regen und Wind

Normale Regenschauer sollte dein Zelt ohne Probleme überstehen.

Ist Dauerregen angesagt, können größere Wassermassen zum Problem werden. Besteht die Gefahr, dass Wasser in dein Zelt läuft oder es unterspült, kannst du einen Wassergraben um dein Zelt errichten.

So können die Wassermassen an deinem Zelt vorbeigelenkt werden.

Wenn du schon einmal in den Genuss gekommen bist, dein Zelt im strömenden Regen auf oder ab zu bauen, weißt du, das dies eine sehr unangenehme Prozedur ist.

Zelte, bei denen das Innenzelt separat (zuerst) abgebaut werden kann, bieten hier einen entscheidenden Vorteil.

Du kannst zuerst dein Innenzelt abbauen und trocken (z. B. in einem Packsack) verstauen und dich anschließend um das nasse Außenzelt kümmern.

Ist es windig, baust du dein Zelt am besten im Schutze von größeren Felsblöcken, Felswänden oder Ähnlichem auf (beachte dabei die Steinschlaggefahr). Auch größere Büsche oder Hecken bieten Schutz vor zu starkem Wind.

Auch die Art und Weise, wie du dein Zelt ausrichtest, hat Einfluss darauf, wie gut du vor Wind geschützt bist.

Die Grundregel lautet:

Dein Zelt sollte immer so ausgerichtet sein, dass es dem Wind die geringste Angriffsfläche bietet. Der Eingang zeigt dabei immer zur windabgewandten Seite.

Bei Sturm und Wind solltest du besonders darauf achten, dass dein Zelt ausreichend und straff abgespannt ist.

Bikepacking Zelt Aufbau
Urheber: Copyright: aaabbbccc

Steinschlag und Lawinen 

Ein Steinschlag kann lebensgefährlich sein. Daher ist ausreichender Sicherheitsabstand zu Felswänden, steilen Hängen und Böschungen Pflicht.

Indizien für Areale, an denen häufig Steinschläge vorkommen, sind Einschlagspuren und loses Geröll am Boden.

Bist du im Gebirge unterwegs, ist es ratsam, auf potenzielle Lawinenabgänge zu achten.

Ansammlungen von Schnee unterhalb von steilen Hängen und umgeknickte Bäume können auf Lawinen hinweisen.

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Standort Kriterien beim Zelten auf einem Campingplatz

Bei der Wahl des Stellplatzes auf Campingplätzen gibt es zusätzlich noch einige Aspekte, die beachtet werden müssen.

Auf öffentlichen Campingplätzen bist du in der Regel nicht alleine. Daher must du fast immer Kompromisse bei der Wahl deines Schlafplatzes eingehen.

Je nach Jahreszeit, Saison und Belegung des Campingplatzes gibt es vielleicht nur eine begrenzte Auswahl an Stellplätzen.

Wenn der Campingplatz über einen Platzplan verfügt, der online einsehbar ist, kannst du diesen bereits im Vorfeld checken und versuchen, den besten Spot zu reservieren.

Wenn es darum geht, den besten Platz auf einem öffentlichen Zeltplatz zu finden, gibt es einige Kriterien, die zu beachten sind:

Privatsphäre und Nachbarn

Schau dich um, bevor du dein Zelt aufbaust.

Wenn du dich nach einer kräftezehrenden Etappe direkt neben einer Schulklasse oder einem Junggesellenabschied niederlässt, wirst du nicht viel Ruhe und Entspannung in der Nacht haben.

Auch Grillplätze, Schwimmbäder oder Restaurants sind potenzielle Lärmquellen und dein Lager sollte mit ausreichend Abstand errichtet werden.

Tipp: Es ist immer empfehlenswert, eine Packung Ohrenstöpsel dabei zu haben – egal ob Campingplatz oder Naturzeltplatz.

Nähe zu den sanitären Anlagen

Kurze Wege zu sanitären Einrichtungen können von Vorteil sein, da du es zu Duschen und Co. nicht weit hast.

Andererseits sind diese Standorte oft stark frequentiert und es kann zu Geruchsbelästigungen kommen.

Nähe zu Einrichtungen wie Grillplätzen, Schwimmbädern, Restaurants etc.

An diesen Orten halten sich üblicherweise viele Menschen auf.

Es kann daher zu Lärm und Belästigungen durch Gerüche oder Qualm kommen.

Leider hinterlassen auch viele Mitmenschen ihren Müll an stark frequentierten Bereichen.

Bikepacking auf Zeltplatz
Urheber: Copyright: konart

Zeltaufbau - Fazit

Wenn du deine Umgebung aufmerksam beobachtest und ein paar wichtige Aspekte bei der Errichtung deines Nachtlagers beachtest, steht einer abenteuerlichen Nacht im freien nichts mehr im Wege – egal ob in der Wildnis oder auf dem Campingplatz.

Begibst du dich zum ersten Mal auf Bikepacking-Tour mit dem Zelt, solltest du dich im Vorfeld mit deiner Ausrüstung vertraut machen.

Mit etwas Übung wirst du so zum Outdoor-Profi.

 

Happy Bikepacking

Dennis

Weiterführende Links

Urheber Titelbild: lithiumphoto
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