
Falsche Schuhe machen eine Bikepacking-Tour mühsam. Zu steife Sohlen schmerzen nach sechs Stunden im Sattel. Zu glatte Sohlen rutschen beim Schieben auf Schotter.
Und wer mit Rennradschuhen über Hike-a-Bike-Passagen stolpert, versteht schnell, warum der Schuh eine eigene Kaufentscheidung verdient.
Dieser Artikel ordnet Schuhtypen nach Radtyp und Untergrund zu und stellt fünf konkrete Modelle für Bikepacking-Einsteiger vor.
Er richtet sich an Einsteiger mit Hardtail oder Gravelbike, die ihren ersten oder zweiten Bikepacking-Schuh kaufen wollen.
Für Bikepacking kommen drei Schuhtypen in Frage.
Sie unterscheiden sich in Pedalsystem, Sohlensteifigkeit und Laufkomfort.
Welcher passt, hängt von deinem Rad und dem Untergrund ab.
Flatpedal-Schuhe haben kein Klicksystem.
Sie arbeiten mit einer weichen Gummisohle, die auf Pins des Pedals haftet. Das gibt dir zu jeder Zeit freien Fuß, du kannst jederzeit absteigen und sicher stehen.
Der Nachteil: Ohne feste Verbindung zum Pedal verlierst du Effizienz beim Treten.
Bei langen Touren summiert sich das. Außerdem löst sich der Fuß bei starken Erschütterungen leichter vom Pedal.
Flatpedal-Schuhe eignen sich für technisches Gelände mit häufigem Absteigen, für Einsteiger, die das Klicksystem noch üben wollen, und für kurze Touren bis zwei Tage.
Das SPD-System von Shimano ist der Standard für Bikepacking.
Zwei Schrauben befestigen die Cleat am Schuh. Die Cleat sitzt versenkt in der Sohle, du kannst damit laufen, ohne auf der Cleat zu rutschen.
SPD ist schmutzresistenter als das 3-Loch-System an Rennradschuhen.
Das Einsteigen ins Pedal klappt auch mit Schlamm an der Sohle zuverlässig.
Kompatibel sind Pedale von Shimano, Crankbrothers, Look und anderen Herstellern.
MTB-Klickschuhe mit SPD sind die erste Wahl für Hardtail und Gravelbike.
Für Bikepacking gibt es keine bessere Grundoption.
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Gravelschuhe sind schlanker und leichter als klassische MTB-Schuhe.
Sie kombinieren die Sohlensteifigkeit von Rennradschuhen mit etwas mehr Profil für kurze Laufpassagen.
Das macht sie auf Schotter und Forstweg effizienter als ein klassischer MTB-Schuh.
Der Haken: Im technischen Gelände fehlt das Profil.
Auf nasser Wurzel oder losem Stein ist die Sohle rutschiger als ein echter MTB-Schuh.
Gravelschuhe setzen ebenfalls auf 2-Loch-SPD-Aufnahme.
Sie passen damit an die gleichen Pedale wie MTB-Schuhe.

Urheber: simple-bikepacking / gemini
Schuhtyp allein reicht nicht. Entscheidend ist die Kombination aus Rad, Untergrund und wie viel du auf der Tour läufst.
Die folgenden Abschnitte ordnen das konkret zu.
Auf einem Hardtail mit technischem Terrain brauchst du Haftung.
Beim Absteigen, Schieben und Tragen zählt die Sohle mehr als die Sohlensteifigkeit.
Empfehlung: MTB-Klickschuh mit Gummiprofil und Nylon-Verbundsohle.
Kein Carbonschuh. Gewicht der Sohle liegt hier unter Haftung und Robustheit.
Geeignete Modelle: Giro Privateer Lace, Shimano GR501 (für Flatpedal-Setups).
Auf dem Gravelbike bist du länger im Sattel und weniger zu Fuß. Hier lohnt sich eine steifere Sohle für bessere Kraftübertragung.
Laufpassagen kommen trotzdem vor. Vor allem auf Bikepacking-Touren passierst du Abschnitte, die du schieben oder tragen musst.
Eine reine Rennsohle aus Carbon ist auf der Tour keine gute Idee.
Empfehlung: Gravelschuh mit Carbon-Nylon-Hybrid oder Nylon-Sohle, SPD-Aufnahme, ausreichend Gummiprofil.
Kein BOA-Verschluss auf langen Touren (Ersatzteilproblem).
Geeignete Modelle: Specialized Recon ADV, Fizik Terra Atlas.
Trekking- und Crossbikes decken gemischten Untergrund ab.
Hier zählt Alltagstauglichkeit.
Der Schuh soll laufbar sein, robust und nach der Tour auch im Café akzeptabel aussehen.
Empfehlung: MTB-Klickschuh mit guter Gummisohle und einem neutralen Aussehen.
Budget-Gravelschuhe wie der Northwave Rockster funktionieren hier gut.
Auf alpinen Routen oder Schiebepassagen über 1 km brauchst du eine Sohle, die auch zu Fuß funktioniert.
Reine Bikepacking-Gravelschuhe sind hier oft zu steif.
Der Specialized Recon ADV hat eine dünnere Carbonsohle vor der Cleat-Platte.
Der vordere Teil gibt beim Gehen nach, der hintere bleibt steif für die Kraftübertragung.
Das klingt nach einem Kompromiss, ist in der Praxis aber eine spürbare Verbesserung gegenüber Standard-Gravelschuhen.
Für sehr lange Schiebepassagen (Bikepacking mit Portagen) sind robuste MTB-Klickschuhe mit Profilsohle die sicherere Wahl.

Urheber: simple-bikepacking / gemini
Drei Kriterien machen den größten Unterschied auf langen Touren: Sohlensteifigkeit, Verschluss und Passform. Alles andere ist zweitrangig.
Die Sohlensteifigkeit wird in Hersteller-Skalen angegeben.
Sie beschreibt, wie viel Kraft beim Treten verloren geht. Hohe Steifigkeit bedeutet weniger Energieverlust, aber schlechteres Gehgefühl.
Für Touren ab einem Tag gilt:
Nylon-Verbundsohle ist die bessere Wahl.
Die Sohle gibt beim Gehen etwas nach, entlastet den Mittelfuß und schmerzt bei langen Tagen weniger als volle Carbonsohle.
Plane außerdem etwas mehr Schuhvolumen ein.
Nach vier bis fünf Stunden schwillt der Fuß. Wer zu eng kauft, bekommt Taubheitsgefühle im Vorfuß.
Ein Daumenbreit Platz vorn ist der richtige Abstand.
Empfehlung für Bikepacking-Touren ab zwei Nächten: Schnürsenkel.
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Radschuhe fallen bei vielen Modellen schmal aus.
Wer breitere Füße hat, sollte gezielt nach Modellen mit weitem Vorfußschnitt suchen.
Modelle für breite Füße: Fizik Terra Atlas (weiter Vorfußbereich), Northwave (Extra-Weite-Varianten).
Die Schuhgröße sollte eine halbe bis eine Nummer größer als der Alltagsschuh gewählt werden.
Besonders im Sommer und bei langen Touren dehnt sich der Fuß aus.

Urheber: simple-bikepacking / gemini
Die folgenden Schuhe wurden nicht persönlich getestet.
Die Beschreibungen basieren auf Herstellerdaten, unabhängigen Testberichten und dokumentierten Praxiseinsätzen.
Preise und Verfügbarkeit prüfen vor dem Kauf. Herstellerangaben können sich ändern
Der Shimano GR501 ist ein Flatpedal-Schuh für MTB und Gravel.
Er hat kein Klicksystem und ist damit sofort ohne Eingewöhnung einsatzbereit.
Die Gummisohle mit Honeycomb-Muster haftet auf Pedal-Pins und gibt auf losem Untergrund guten Halt.
Der Schuh schließt per Schnürsenkel.
Das Obermaterial aus synthetischem Gewebe ist atmungsaktiv und mit Mesh-Einsätzen belüftet.
Die Zehenkappe ist verstärkt.
Für Touren mit häufigem Absteigen und Schieben ist das eine solide und günstige Basis.
Nicht geeignet für: Touren mit langen Asphaltabschnitten.
Die weiche Sohle ermüdet bei purem Straßenfahren schneller als ein Klickschuh.
Der Giro Privateer Lace kombiniert Alltagskomfort mit SPD-Klicksystem.
Das Mikrofaser-Obermaterial ist strapazierfähig und an Zehe und Ferse verstärkt.
Die Nylonsohle ist mit aggressivem Gummiprofil versehen.
Sie haftet auf lockerem Untergrund und gibt beim Gehen genug nach, um Hike-a-Bike-Passagen problemlos zu bewältigen.
Gewicht in Größe 42 ist 355 g.
Das ist solide für einen Allrounder in dieser Preisklasse.
Die Schnürung ermöglicht gleichmäßige Druckverteilung über den gesamten Spann.
Nachteil: Die Fersenkappe ist etwas weich gehalten.
Wer viel Fersenführung braucht, sollte andere Modelle vergleichen.
Der Northwave Rockster ist ein Einstiegs-Gravelschuh mit SPD-Aufnahme und tiefem Stollenprofil.
Er richtet sich an Einsteiger, die einen günstigen Klickschuh für gemischte Touren suchen.
Die Nylonsohle ist steif genug für gute Kraftübertragung, bleibt aber laufbar.
TPU-Verstärkungen an Zehenbox und Ferse schützen bei Kontakt mit Steinen und Ästen.
Das Obermaterial hat Lochstruktur für Belüftung.
Perfekte Wahl für Trekkingrad und Crossbike auf Forstwegen.
Für sehr technisches Gelände fehlt das Profil eines echten MTB-Schuhs.
Auf trockenem Schotter und Forstweg ist der Schuh aber gut verwendbar.
Der Specialized Recon ADV ist für Mehrtagestouren mit Hike-a-Bike-Abschnitten entwickelt worden.
Die besondere Eigenschaft:
Die Carbonsohle ist vor der Cleat-Platte dünner ausgeführt.
Der vordere Sohlenbereich gibt beim Gehen nach.
Hinter der Cleat bleibt die Sohle vollständig steif für die Kraftübertragung.
In der Praxis bedeutet das:
Der Schuh verhält sich auf losen Unterfahrten deutlich kontrollierbarer als ein klassischer Gravelschuh mit durchgehend harter Sohle.
Der Schuh schließt per Schnürsenkel.
Das ist für Tourenpacking ein Vorteil, wie oben beschrieben.
Das Obermaterial ist robust und für wechselndes Wetter ausgelegt.
Nachteil: Der Preis liegt im oberen Mittelfeld.
Für Einsteiger, die erstmal testen wollen, gibt es günstigere Einstiegspunkte.
Der Fizik Terra Atlas ist der Gravelschuh aus dem Sortiment von Fizik, der speziell für breiteren Vorfußschnitt ausgelegt ist.
Das macht ihn zur ersten Wahl für Fahrer mit breiten Füßen, die bei anderen Modellen Probleme mit Druckstellen haben.
Der Schuh nutzt einen BOA-Drehverschluss.
Für tagelanges Bikepacking bedeutet das: bequem und anpassbar unterwegs, aber mit dem beschriebenen Ersatzteilrisiko auf langen Touren.
Die Sohle ist griffig und für Laufpassagen geeignet.
Der Schuh ist in Größen EU 36 bis 47 verfügbar, inklusive Halbgrößen ab 38,5.
Ein dokumentierter Praxiseinsatz über 1.800 km auf einer mehrtägigen Tour belegt die Haltbarkeit des Modells.
Radtyp und Untergrund bestimmen den Schuhtyp.
Für Hardtail und Singletrail brauchst du Profil und Haftung.
Für Gravelbike und Forstweg zählt Effizienz und Gehkomfort auf Abschneiden-Passagen.
Für wen welcher Schuh:
Hardtail MTB, technisch und viel Schieben: Giro Privateer Lace.
Gravelbike, Mehrtages-Bikepacking, Hike-a-Bike: Specialized Recon ADV.
Breiter Fuß, Gravel, mehrtägig: Fizik Terra Atlas. Budget-Einstieg SPD: Northwave Rockster. Flatpedal, Einsteiger: Shimano GR501.
Das vollständige Setup rund um Schuhe, Pedale und Packliste findest du im Budget-Setup-Bereich.
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Happy Bikepacking!
Dennis
Ja, für kurze Touren bis ein bis zwei Tage ist das möglich. Wanderschuhe greifen auf Flatpedalen mit Pins. Der Nachteil: Kraftübertragung ist schlechter als mit Klickschuhen. Bei mehreren Tagesetappen summiert sich das. Außerdem drückt eine zu flexible Wanderschuhsohle bei langen Abfahrten auf die Pedal-Pins und erzeugt Druckstellen.
Wer Klicksystem und Absteigen noch übt, fährt mit Flatpedalen entspannter. Sobald das Klicken und Lösen zur Routine wird, ist SPD die bessere Wahl. Die Effizienzgewinne bei Touren ab drei Stunden sind spürbar. Empfehlung: Erst Flatpedal üben, dann auf SPD wechseln.
Ein solider Einstieg beginnt bei 60–90 EUR für Flatpedal-Schuhe wie den Shimano GR501. Wer SPD-Klick will, liegt mit dem Northwave Rockster bei ca. 90–120 EUR. Für dedizierte Bikepacking-Gravelschuhe sind 130–200 EUR realistisch.
Für einen ersten Overnighter auf Forstwegen und Schotter reicht der Giro Privateer Lace. Er ist günstig, robust, SPD-kompatibel und mit der Nylonsohle gut laufbar. Wer breite Füße hat, schaut sich den Fizik Terra Atlas an.
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Urheber Titelbild: simple-bikepacking / gemini
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Eine Option, die hier vollkommen fehlt, sind ganz klassische Bärentatzen mit Pedalhaken und Riemen. Das geht in dem Klick-Hype vollkommen unter, dass auch die Altvorderen durchaus in der Lage waren, vernünftig Kontakt zum Pedal zu halten.
Da ich mit meinen Füßen (Herrengröße 40 und auch noch besonders breit) noch nie einen passenden Radschuh gefunden habe, fahre ich schon immer meine ganz normalen Wanderschuhe auf 1994er XT-Pedalen mit Haken und Riemen, sowohl am Trekking, als auch am Gravel.