Outdoor-Survival-Guide: 7 wichtige Fähigkeiten für dein Bikepacking-Abenteuer in der Wildnis

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Wenn wir ehrlich sind, denken wir in unserem Alltag nicht besonders viel über Notfallsituationen oder Überlebensfähigkeiten nach. Alle unsere Grundbedürfnisse werden auf bequeme Art und Weise erfüllt und Problemlösungen sind oft nur wenige Klicks entfernt.

Ein Erste Hilfe Set dabei zu haben war lange Zeit, meiner Überzeugung nach, genug Vorsorge für den (hoffentlich nie eintretenden) Ernstfall.

Aber was passiert, wenn man sich verirrt oder verletzt ist? Das kann dir nicht nur in abgelegenen und weit entfernten Ländern passieren, sondern ebenso auf deinem Lieblings-Trail im Wald um die Ecke.

Nachfolgend findest du eine Zusammenstellung, der  wichtigsten Basis-Survival-Methoden.

Ruhe bewahren

Eine Notfallsituation ist nicht der richtige Zeitpunkt für Panik. Deine Chancen aus einer schwierigen Situation unbeschadet zu entkommen sind wesentlich größer, wenn du dich konzentrierst und mit Ruhe und Verstand überlegst, welche Schritte jetzt einzuleiten sind.

Entwickle eine Notfallplan

Gehe strukturiert und mit klarem Kopf vor und entwickle so einen, auf deine Situation angepassten Notfallplan. Auch wenn es dir nicht gut geht und du in einer, im ersten Moment, hoffnungslos erscheinenden Situation steckst, heißt das noch lange nicht, dass es keine Abhilfe gibt (Gefühle sind keine Fakten). Konzentriere dich auf die wichtigen Schritte und Maßnahmen, die zu erledigen sind und arbeite diese mit Entschlossenheit ab.

  • Der kritische Pfad: Was ist das Problem? Was fehlt dir, um das Problem zu beheben? Weißt du, wo du dich befindest? Was benötigst du am dringendsten (Wasser, Nahrung, Unterkunft/Schutz, ärztliche Versorgung)?
  • Bestandsaufnahme: Was hast du dabei, dass dir nützlich sein kann? Welche Ressourcen stehen dir in deiner Umgebung zur Verfügung?

Sorge für Schutz und eine Übernachtungsmöglichkeit

Je nach Situation, in der du dich befindest, ist es notwendig, dich vor Kälte, Hitze oder schlechten Wetterverhältnissen zu schützen.
 

Wahl einer geeigneten Stelle für ein Lager

die Stelle, an der du ein Schutz – bzw. Nachtlager errichtest, kann großen Einfluss auf die Sicherheit haben. Vermeide daher dein Lager in Tälern oder an abschüssigen Wegen/ Orten zu errichten, die bei starken Regenfällen Gefahr laufen überschwemmt zu werden.
 
Deine Lagerstätte sollte soweit möglich frei von natürlichen Gefahrenquellen wie z. B. Insektennestern sein. Beobachte deine Umgebung und prüfe, ob z. B. morsche Äste oder Steine herunterstürzen können. Eine Felswand im Rücken kann einen guten Wetterschutz darstellen, sofern kein Steinschlag droht.

Wenn es die Umgebung zulässt, sollte dein Lagerplatz optimalerweise in der Nähe eines Gewässers sein (Trinkwassergewinnung) und es sollte Holz zur Lagererrichtung und für ein Feuer in unmittelbarer Entfernung sein.

Solltest du kein funktionsfähiges Zelt mehr haben, musst du dir selbst eine Notunterkunft bauen, abhängig von den Witterungsbedingungen gibt es zwei Hauptkategorien:

Schutz vor Kälte, Regen und Wind

Deine Körperwärme ist in der Wildnis (neben einem Feuer) die einzige Wärmequelle. Daher solltest du deine Unterkunft so groß wie nötig aber so klein wie möglich bauen. Es ist ausreichen, wenn der Unterschlupf gerade so groß ist, dass du darin liegen kannst, Gepäck, Fahrrad etc. haben keinen Platz in einer Notunterkunft.

Die Unterkunft baust du am besten so, dass du die Möglichkeit hast, Stöcke und Äste irgendwo anzustellen (umgefallener Ast, Wurzel oder Felswand/Spalte).

Größer und stabile Äste dienen dabei als Basis-Konstruktion. Die verbleibenden „Lücken“ werden anschließend mit kleineren Ästen oder Reisig geschlossen.

Also Isolationsschicht kommen zum Schluss Materialien wie Rinde, Moos, Kiefernnadeln oder Blätter zum Einsatz. Je dicker diese Schicht, umso besser die Isolationswirkung. Schau dich in deiner Umgebung um und versuche alles was eine isolierende Wirkung hat in die Konstruktion einzubinden. Im Idealfall hast du noch eine Plane oder ein Tarp dabei, die du als zusätzliche Wetterschutz verwenden kannst.

Besondere Sorgfalt solltest du bei der Isolierung des Bodens walten lassen. Wenn du lange Kontakt zum kalten Untergrund hast, kühlst du aus und das ist das Letzte, was du in dieser Situation gebrauchen kannst. Verwende auch hier alles, was du finden kannst und was du dabeihast, um die größtmögliche Isolierung zu erzielen.

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Schutz vor Hitze

In manchen Situationen kann tagsüber ein Schutz vor Hitze am wichtigsten sein.

Der Unterstand kann ähnlich errichtet werden wie der obige, jedoch liegt der Fokus nicht auf der Isolation, sondern auf der Ventilation. Der Hitzeschutz sollte daher so gebaut werden, dass er Schatten spendet und dich so vor der Sonne schützt und gleichzeitig gut durchlüftet wird.

Um dich bestmöglich vor Hitze zu schützen, legst du dich in deinem Schutzstand auf den Boden (Schatten) und wartest die heißesten Stunden des Tages dort ab. Ein Unterstand, der vor Hitze schützen soll, wird am besten freistehend und auf kühlem Waldboden errichtet.

Tipp: Wenn du zusätzlich noch einige Zentimeter Waldboden abtragen kannst, legst du kühlere Bodenschichten frei.

Trinkwasser finden und aufbereiten

Das Auffinden von sauberem, unbelastetem Wasser ist essenziell für dein Überleben. Wenn du nur wenig Wasser zur Verfügung hast, ist es wichtig, dass du sparst und rationierst. Die Reduktion deines Wasserbedarfs hilft dir, in einer Notfallsituation einen längeren Zeitraum durchzuhalten und eventuell noch auf weitere Wasserquellen zu stoßen.

Wasser finden

Beobachte die Fauna und Flora in deiner Umgebung. Tierspuren sind z. B. ein ziemlich guter Indikator dafür, dass eine Wasserstelle in der Nähe ist. Tiere müssen ebenfalls regelmäßig trinken und wissen, wo sie Wasser finden.

Achte ebenfalls auf die Pflanzen und Geräusche in der Umgebung und höre, ob du Gewässer fließen hörst. Auf der Wassersuche im Wald empfiehlt es sich nach Farnen zu suchen. Diese Pflanzen wachsen in aller Regel nur an feuchten Standorten. Feuchter Boden (aber auch Moos) kann durch ein Tuch ausgepresst werden, um das darin enthaltene Wasser zu gewinnen.

Neben dem Aufspüren von Gewässern oder kleinen Tümpeln kannst du dir dein Trinkwasserwasser mit weiteren Techniken herstellen. Zuerst bietet es sich an, Tau und Regen zu sammeln. Regenwasser und Tau sind gute Wasserquellen und fast überall auf der Welt trinkbar zudem lässt es sich mit einfachen Mitteln, wie Tassen, Folien oder Ähnlichem, auffangen.

Tipp: Auch größere Stücke Baumrinde eignet sehr gut dazu, Wasser zu sammeln.

Weitere Möglichkeiten der Wassergewinnung sind:

  • Schnee schmelzen
  • Aufsaugen (z. B. mit einem Tuch in feuchter Wiese)
  • Verdunsten
  • Graben nach Grundwasser
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Wasser aufbereiten

Wichtig! Auch, wenn dein Durst schon sehr groß ist, musst du dir unbedingt Gedanken darüber machen, ob das Wasser, welches du gefunden hast, trinkbar ist oder nicht. Verunreinigtes Wasser führt schnell zu Durchfall, welcher deinem Körper Wasser entzieht, sodass du im schlimmsten Fall noch stärker dehydrierst, wenn du das gefundene Wasser nicht filterst oder aufbereitest.

Gefundenes Wasser kannst du auf folgende Arten aufbereiten und so trinkbar machen:

 Wasser abkochen

Wasser abzukochen ist die einfachste Methode, um Trinkwasser aufzubereiten. Die Hitze, die beim Kochen entsteht, tötet Keime und Erreger im Wasser ab. Voraussetzung für diese Methode ist ein intaktes Feuer und ein Gefäß. Wasser sollte immer über einen längeren Zeitraum abgekocht werden, da es auf jeden Fall 100 Grad erreichen muss, um alle Keime abzutöten.

Der Nachteil des Abkochens ist, dass Verunreinigungen wie Schwermetalle, Dünger, Abgase, Fäkalien, Abwässer, nicht entfernt werden. Der Geschmack und der Geruch werden ebenfalls nicht verbessert. Daher sollte das Abkochen des Wassers mit einer Filterung kombiniert werden.

Achtung!: Abgekochtes Wasser ist nicht dauerhaft „sicher“. Besonders bei offener Lagerung verkeimt es wieder. Abgekochtes Wasser sollte daher am besten zeitnah verbraucht werden.

Weiter Methoden der Wasseraufbereitung sind:

  • Aufbereitung mit einem Wasserfilter
  • Chemische Aufbereitung
  • Behandlung mit UV Licht

In diesem Video findest du mehr Informationen und Techniken zum Thema Wasser Aufbereitung.

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Feuer machen und erhalten

Ein Feuer sorgt nicht nur für Wärme, es dient ebenso als Schutz vor Tieren, als Möglichkeit Essen zuzubereiten und als Notsignal um auf sich aufmerksam zu machen. Feuer ist daher ein zentrales Thema, wenn es um das Überleben in der Wildnis geht.

Um ein Feuer zu entfachen und zu erhalten sind drei Komponenten notwendig:

Eine geeignete Feuerstelle

Damit das Feuer nicht außer Kontrolle gerät und unbeabsichtigt auf Bäume oder dein Lager übergreift, muss die Feuerstelle entsprechend mit Bedacht ausgewählt werden. Am besten gräbst du eine Mulde, die wenn möglich noch mit Steinen umrandet wird.

Geeignetes Feuerholz

Um das Feuer zu entfachen fängst du mit feinem, trockenem Zunder-Material (trockenes Laub, Gräser, Pollen etc.) an und setzt immer dicker werdendes Material drum herum. Wichtig ist, dass immer genug Sauerstoff an das Feuer gelangt. Wenn der Zunder einmal brennt, können jetzt weiteres Anfeuermaterial wie Reisig und kleinere, trockene Äste, nachgelegt werden. Damit das Feuer lange brennt kommen anschließend dicke Äste und Hölzer dazu, die regelmäßig nachgelegt werden müssen.

Etwas um das Feuer zu entfachen

Im Idealfall hast du ein Feuerzeug oder Streichhölzer dabei, dann hast du leichtes Spiel ein Feuer zu entfachen. Wenn dem nicht so ist, gibt es noch weitere Möglichkeiten ein Feuer in Gang zu bringen, z. B. mit einem Feuerstein, mit einem Brennglas oder durch „Feuerbohren„.

Die verschiedenen Methoden sind hier sehr anschaulich beschrieben: Feuer ohne Streichholz

Nahrung finden

Die Wasseraufnahme ist für unseren Körper wesentlich wichtiger als die Nahrungsaufnahme. Sollte deine Notsituation jedoch unglücklicherweise länger anhalten und deine Vorräte sind aufgebraucht, musst du dir früher oder später Gedanken darüber machen, wie du an Nahrung kommst.
 

Identifizierung von essbaren Pflanzen

Du musst nicht gleich auf die Jagd nach Wildschweinen und Co. gehen, um dich in der Natur zu ernähren. Die Chancen stehen recht gut, dass du dich einige Zeit lang fleischlos, von den Früchten der Natur ernähren kannst.

In Mitteleuropa gibt es rund 1.800 verschiedene essbare Wildpflanzen. Du solltest jedoch niemals eine Pflanze, essen, die du nicht kennst und bei der du dir nicht zu 100 Prozent sicher bist, dass man sie essen kann. Idealerweise kennst du einige Pflanzen, Wurzeln und Beeren und kannst dieses Identifizieren. Besondere Vorsicht ist bei Pilzen geboten, da einige von ihnen sehr giftig sein können.

Kleintiere, Insekten, Fische und Eier

Insekten (Würmer, Ameisen, Grass Hüpfer) stellen oft eine leichte Beute dar und liefern dir Proteine und Energie.

Frösche, Eidechsen, Schlangen, Mäuse und Fische sind ebenfalls eine geeignete Nahrungsquelle. Der Aufwand diese, zum Teil flinken Tiere zu erwischen ist jedoch höher (du verbrauchst dabei Energie) und das Fleisch muss ausreichend über einem Feuer gebraten werden.

Vogeleier hingegen sind nicht schwer zu „fangen“, du musst sie lediglich finden. Über dem Feuer gekocht, bieten diese ebenfalls eine vorzügliche Survival-Mahlzeit.

Orientierung suchen

Mit einem aufgeladenen Telefon, einem Navi oder einem GPS Gerät, ist die Navigation solange kein Problem, wie der Akku hält oder ausreichend Netzabdeckung vorhanden ist.

Wenn du ohne Karte oder technische Hilfsmittel navigieren musst, kannst du den Himmel zur Orientierung nutzen. Die pragmatischste Methode, eine grobe Orientierung am Tag zu erhalten, ist der Blick auf die Sonne, die überall auf der Welt ungefähr im Osten aufgeht und ungefähr im Westen untergeht.

Die Grundlagen der Navigation ohne Kompass oder elektronische Helfer findest du in diesem Video:

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Erste Hilfe

Solltest du oder einer deiner Mitreisenden verletzt sein, ist es wichtig die Wunden / Verletzungen sofort zu versorgen. Dazu verwendest du am besten das Erste-Hilfe-Set*, das du hoffentlich immer dabeihast. Nach der Erstversorgung sollte sich dann schnellstmöglich ein Arzt die Verletzungen anschauen und behandeln.

Bist du jedoch in einer Notsituation (und nur dann!), in der es nicht möglich ist, in absehbarer Zeit einen Arzt aufzusuchen, und du hast keine Erste-Hilfe-Ausrüstung dabei, dann musst du wohl oder übel deine Verletzungen mithilfe der Survival-Medizin versorgen.

In dem nachfolgenden Video erklärt Ben von „Ein Mann im Wald“, sehr detailreich wie Survival-Medizin- Methoden funktionieren.

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Survival-Fähigkeiten Fazit

Hoffentlich wirst du niemals in eine Situation kommen, in der du um dein Überleben kämpfen musst. Sollte es doch einmal dazu kommen, spielt neben deinem Wissen und deinen Fähigkeiten, deine Psyche eine große Rolle wie gut du eine solche Situation meisterst.

Wichtig ist und bleibt immer Ruhe zu bewahren und genau zu überlegen, in welcher Situation du dich befindest und was der beste Weg ist dort hinaus zu kommen.

PS: Sich mit Überlebenstechniken und der Natur auszukennen kann aber auch in weniger bedrohlichen Situationen durchaus sehr hilfreich sein.

 

Ride Safe

Dennis

Titelbild: Urheber: zlikovec / 123RF Standard-Bild

Letzte Aktualisierung am 1.11.2020 / Affiliate Links / Bilder von der Amazon Product Advertising API

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