Der große Bikepacking-Schlafsack Guide

Statt Hotel oder Jugendherberge kommt für viele eingefleischte Bikepacker nur eine Übernachtung im Zelt oder unter dem Tarp infrage. Allein mit den Geräuschen der Natur, Dunkelheit fernab der Großstadt, dazu ein knisterndes Lagerfeuer – so kommt echte Outdoor-Romantik auf!

Die Romantik ist jedoch schnell vorbei, wenn du nachts fröstelnd aufwachst.

In lauen Sommernächten mag eine Decke ausreichend sein.

Für Bikepacker, die auch im Herbst oder Winter auf Reisen gehen möchten, stellt ein Schlafsack die einzig sinnvolle Wahl dar.

Bei der Funktionsweise präsentieren sich diese Allrounder für Outdoor-Nächte simpel:

Doch dass Schlafsäcke mehr sind als Decken mit Reißverschluss, wird spätestens dann klar, wenn du bei extremen Temperaturen schlafen möchtest.

Auf die richtige Passform kommt es an – aber auch auf Außen- und Innenmaterial, Füllung, die Größe sowie Zubehör wie Wärmekragen und Kapuzen.

Ich verrate dir, welche Modelle es gibt und wie du den richtigen Schlafsack für Bikepacking-Trips findest.

Transparenz:

Ich empfehle in diesem Beitrag Produkte und nenne Firmennamen, ohne dass ich dafür vom Hersteller eine Gegenleistung erhalte. Die Empfehlungen basieren auf gewissenhafter Recherche, Erfahrungswerten von Bekannten, Freunden, Rückmeldungen von Besuchern, oder vorhandenen Bewertungen zum jeweiligen Produkt.  Enthaltene Affiliate-Links sind, wie immer mit einem * als solche gekennzeichnet.

Arten und Formen von Bikepacking-Schlafsäcken

Eine Möglichkeit, Schlafsäcke zu unterteilen, ist ihr Einsatzbereich – oder noch genauer: die Temperaturen, für die sie konzipiert werden:

Sommerschlafsäcke sind für Temperaturen über 10° C geeignet. Sie sind kaum gefüttert, präsentieren sich also besonders leicht und atmungsaktiv. Meist lassen sie sich vollständig öffnen und als Decke verwenden.

Mehr Schutz vor der Kälte bieten sog. Drei Jahreszeiten-Schlafsäcke.

Sie halten generell im Temperaturbereich von -4 bis 9° C warm und sind perfekt für Bikepacking-Touren durch verschiedene Temperaturzonen – etwa, wenn es ins Gebirge geht.

Winterschlafsäcke sind besonders gut isoliert und halten dich je nach Modell bis zu einer Tiefsttemperatur von -18° C warm.

Modelle, die für noch niedrigere Temperaturen ausgelegt sind, werden Expeditions-Schlafsäcke genannt.

Wärmeleistung und Temperaturbereiche

Damit man die Wärmeleistung eines Schlafsackes vergleichen kann, werden von den Herstellern verschiedene Temperaturbereiche angegeben.

Gemessen werden diese nach einem einheitlichen Standard der Norm EN 13537.

Die Labormessung wird nicht an echten Menschen durchgeführt, sonder an Dummys. Sogenannte Glieder-Puppen (lebensgroß) dienen als Referenz.

Diese Dummys gibt es in zwei Ausführungen: dem Norm-Mann (25 Jahre alt; 70 kg schwer; 1,73 m groß) und der Norm-Frau (25 Jahre alt; 60 kg schwer; 1,60 m groß).

Die Puppe liegt während der Messung im Schlafsack auf einer Isomatte und in einer standardisierten Umgebung (Klimakammer). Der Dummy ist dabei mit Unterwäsche und einer Mütze bekleidet und wird auf Körpertemperatur erwärmt.

Die durch Sensoren erfassten Messergebnisse werden zur Bestimmung der Wärmeisolation verwendet.

Eingeteilt werden die Temperaturklassen von Schlafsäcken anschließend in 4 Kategorien:

Wenn du einen passenden Schlafsack auswählst, sollte die Komforttemperatur T comf, als Orientierungswert dienen.

Berücksichtige aber auch immer dein persönliches Kälteempfinden.

Neigst du dazu, schnell zu frieren, empfiehlt es sich, einen Schlafsack mit einer niedrigeren Komforttemperatur zu wählen.

Unterschiedliche Schlafsack Passformen

Daneben lassen sich Schlafsäcke auch nach ihrer Passform unterteilen:

Mumienschlafsack

Mumienschlafsäcke tragen ihren Namen aufgrund der Form, die nach unten hin dünn zuläuft und das Volumen im Inneren reduziert.

Weniger Volumen bedeutet, dass deine Körperwärme einen kleineren Bereich "heizen" muss. So wird die Isolationsleistung des Schlafsacks verbessert.

Außerdem spart dieses Design Gewicht, und das gute Stück lässt sich auf kleinerem Raum verstauen.

Deckenschlafsack

Deckenschlafsäcke kommen aufgrund ihrer rechteckigen Form dem Schlafen im eigenen Bett am nächsten.

Somit punkten sie mit hohem Komfort.

Da sie einen umlaufenden Reißverschluss besitzen, lassen sie sich komplett öffnen und als Decke benutzen.

Gerade der Komfort durch Bewegungsfreiheit stellt jedoch ihre größte Schwäche dar: Sie haben beim Wärmewert das Nachsehen, eignen sich also höchstens für Bikepacking-Touren im Sommer.

Auch beim Packmaß präsentieren sie sich deutlich unhandlicher als Mumienschlafsäcke

Eiförmige Schlafsäcke

Schlafsäcke mit ovaler Form stellen einen Kompromiss zwischen den beiden letztgenannten Arten dar.

Sie bieten mehr Bewegungsfreiheit als ein Mumienschlafsack, sodass du dich beispielsweise umdrehen oder die Knie anwinkeln kannst.

Gleichzeitig halten Sie aufgrund der komprimierten Form wärmer als Deckenschlafsäcke.

Doppelschlafsäcke

Auch wenn es romantisch klingen mag: Zu zweit in einem gewöhnlichen Schafsack zu nächtigen ist alles andere als bequem.

Aus diesem Grund gibt es Doppelschlafsäcke, die wesentlich breiter sind.

Diese Produkte kommen hauptsächlich für Temperaturbereiche über 0° C zum Einsatz. Für das Bikepacking sind sie aufgrund des großen Volumens und des unpraktischen handlings kaum geeignet.

Erwachen im Bikepacking-Schlafsack

Urheber: rdonar

Materialien und Isolierung von Bikepacking-Schlafsäcken

Nicht nur bei der Passform – auch bei den Materialien von Schlafsäcken – gibt es erhebliche Unterschiede:

Außenmaterial

Für die äußerste Schicht eines Schlafsacks kommen für gewöhnlich Kunstfasern zum Einsatz, die entweder dicht gewebt oder unter Hitze gepresst werden. Sog.

Rip Stop-Material sorgt für die Reißfestigkeit – ein wichtiges Kriterium, wenn der Schlafsack hohen Belastungen ausgesetzt ist.

In neuerer Zeit werden auch Mikrofasern eingesetzt, die die Wärmeleistung eines Schlafsacks verbessern, dafür aber mit höherem Gewicht zu Buche schlagen.

Innenmaterial

Die Innenseite eines Schlafsacks lässt sich ebenfalls aus Kunstfasern herstellen, aber auch aus Baumwolle.

Jedoch ist dieser Stoff weniger atmungsaktiv. So kann sich in der Nacht Feuchtigkeit anstauen, die die Wärmewirkung negativ beeinflusst.

Übrigens ist auch die Aussage, Baumwolle wäre anschmiegsamer als Kunstfasern, heutzutage nicht mehr zutreffend.

Besonders Polyester-Hohlfasern punkten mit einem angenehmen Haugefühl.

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Die Füllung eines Schlafsacks

Da eine einfache Stoffhülle kaum warmhalten würde, ist die Füllung von Schlafsäcken besonders wichtig. Zwei Materialien haben sich hier durchgesetzt: Daunen und Kunstfasern:

Daunen

Als Daunen bezeichnet man die Unterfedern von Enten und Gänsen. Dieses Naturmaterial punktet mit erstaunlichen Eigenschaften, die wie für den Outdoor-Einsatz gemacht sind:

  • hervorragende Isolationswerte
  • geringes Gewicht
  • gute Komprimierbarkeit.

Kurz gesagt bedeutet das: Daunenschafsäcke halten beim gleichen Gewicht wärmer als ihre Pendants aus Kunstfasern und lassen sich platzsparender zusammenlegen.

Doch natürlich sind Daunen nicht gleich Daunen.

Zum einen kommt es auf die Bauschkraft an, die bei Schlafsäcken generell von 600 bis 900 reicht. Je höher dieser Wert, desto größer ist das Volumen, das von einer standardisierten Menge Daunen eingenommen wird – und damit die Isolationsleistung.

Ebenfalls wichtig ist das Verhältnis von Daunen zu Federn, die als Füllmaterial dienen:

So hält ein Schlafsack mit 90 % Daunenanteil bei gleichem Gewicht wärmer als ein Gegenstück mit Daunen-Federn-Verhältnis 80/20.

Unter Outdoor-Experten gilt das Verhältnis von 70/30 als Minimum: Darunter würden die positiven Eigenschaften von Daunen kaum noch zur Geltung kommen.

Ein Nachteil von Daunen ist ihre Anfälligkeit gegenüber Feuchtigkeit. Wird das Material nass, verliert es seine Isolationswirkung. Außerdem benötigen Daunen lange zum Trocknen.

Für Bikepacking-Touren in regnerischen Gebieten sind daher speziell behandelte Daunen (hydrophobe Daunen) empfehlenswert. Diese haben durch eine Art Imprägnierung einen deutlich verbesserten Schutz vor Nässe.

Kunstfasern

Kunstfasern bestehen meist aus Polyester und wurden konzipiert, um die Wärmewirkung von Daunen synthetisch nachzuahmen.

Ihr größter Vorteil: Kunstfaser-Schlafsäcke sind weniger anfällig für Feuchtigkeit, trocknen schneller und lassen sich einfacher reinigen.

Allerdings kommen sie nicht an die Bauschkraft von Daunen heran.

Das heißt konkret: Ein Kunstfaser-Schlafsack, der die Wärmeleistung eines Daunen-Produkts besitzt, wird zwangsläufig schwerer ausfallen.

Auch lassen sich diese Varianten nicht so platzsparend zusammenlegen.

Damen vs. Herren-Schlafsäcke – die Unterschiede

Trotz aller Egalität im Outdoor-Sektor gibt es Unterschiede zwischen Herren- und Damenschlafsäcken.

Und das ist auch gut so!

Dass die Geschlechter mehr bzw. weniger zum Frieren neigen, fließt bereits in die Ermittlung des Komfortwerts von Schlafsäcken ein.

Des Weiteren sind Frauen im Durchschnitt kleiner als die Herren der Schöpfung.

Hersteller, die sich auf Damenschlafsäcke spezialisiert haben, bieten also in diesem Größenbereich mehr Auswahl.

Damenschlafsäcke sind auf die Anatomie von Frauen abgestimmt. Das heißt, sie weisen im Hüftbereich einen weiteren Schnitt auf als Männerschlafsäcke.

Der Fußbereich ist meistens extra-dick isoliert, um frostigen Zehen vorzubeugen. Außerdem besitzen viele Produkte Taschen, die mit Fleece ausgepolstert sind.

Schlafsack light – Bikepacking Quilts

Natürlich ist ein Schlafsack nicht die einzige Möglichkeit, sich auf Bikepacking-Touren zuzudecken.

Eine Art "Bikepacking-Schlafsack Light" stellen Quilts dar: Diese besitzen keinen Reißverschluss, sondern lassen sich mit Kordeln zuziehen.

Die Wärmeregulation präsentiert sich damit wesentlich einfacher, was Quilts ideal für laue Nächte macht.

Auf Wunsch kannst du sie blitzschnell zur Decke umfunktionieren.

Ein weiterer Unterschied: Quilts sind nicht durchgehend mit Füllmaterial wie Daunen oder Kunstfasern gefüttert.

Damit eignet sich ein Quilt ideal als "ultraleicht Schlafsack".

Das führt uns jedoch zu einem Manko: Fehlende Reißverschlüsse und Kapuzen sowie ein relativ großes Volumen sorgen dafür, dass Quilts nicht für Temperaturen unter dem Gefrierpunkt geeignet sind.

Der große Bikepacking-Schlafsack Ratgeber

Urheber: Geosmina

Partner in Crime – Schlafsack und Isomatte im Team

Egal, ob dein Bikepacking-Schlafsack mit Daunen oder Kunstfasern gefüllt ist – damit er seine isolierende Wirkung behält, muss sich das Material ausdehnen können.

Fällt der Untergrund zu hart aus, wird dieses Kriterium nicht mehr erfüllt. Du benötigst also eine Unterlage, die nachgibt.

Isomatten aus Schaumstoff erfüllen dieses Kriterium – genau wie Luftmatratzen. Für kalte Nächte empfehlen sich außerdem sog. gefüllte Matratzen: Diese besitzen mit Daunen oder Kunstfasern gefüllte Kammern und halten Bodenkälte besonders gut ab.

Welche Isomatte für welche Temperatur geeignet ist, verrät dir der Wärmedurchgangswiderstand oder R-Wert:

Je höher dieser ist, desto wärmer hält die Matte – zumindest in Labortests. So ist ein R-Wert von 1,5–2,5 beim Sommercamping ausreichend.

Für Bikepacking-Touren im Winter sollten es jedoch mindestens 4,5 sein. Noch höhere R-Werte finden man meistens bei Isomatten, die für Expeditionen in extrem kalten Gebieten ausgelegt sind.

Generell gilt: Je höher der R-Wert, desto größer ist auch das Volumen der Isomatte – und damit der Platz, den das gute Stück im Gepäck einnimmt.

Natürlich kannst du auch zwei Isomatten kombinieren. Die R-Werte addieren sich dabei, sodass du beispielsweise zwei Sommermatten für das Bikepacking im Winter verwenden kannst.

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Schlafsack Kaufberatung: Das solltest du beim Kauf beachten

Weiter oben habe ich die unterschiedlichen Arten von Schlafsäcken vorgestellt. Im Folgenden zeige ich dir, auf welche Kriterien du beim Kauf besonderes Augenmerk legen solltest:

Größe

Kaum ein Kriterium bereitet Bikepackern so viele Schwierigkeiten bei der Auswahl ihres Schlafsacks wie die richtige Größe:

Wichtig ist, dass die Maße auf dich zugeschnitten sind. Wer beispielsweise 1,80 m groß ist und sich in einen Mumienschlafsack für max. 1,95 m bettet, kann damit rechnen, nachts zu frösteln.

In diesem Fall bleibt nämlich zu viel Luft im Schlafsack, die du mit deiner Körperwärme "beheizen" musst.

Allerdings sollte der Schlafsack auch nicht zu eng ausfallen: Stößt du beispielsweise mit den Füßen am Außenmaterial an, entstehen Kältebrücken, durch die Wärme entweichen kann.

Die ideale Größe hängt daneben von deinem Schlafverhalten ab:

Wer sich im Schlafsack umdrehen oder seine Beine bewegen will, ist mit etwas mehr Freiraum gut beraten.

Anders sieht es bei Personen aus, die nachts schnell frösteln. In diesem Fall solltest du eine möglichst enge Passform wählen.

Gewicht und Packmaß

Auf langen Touren zählt jedes Gramm. Das solltest du bei der Auswahl deines Bikepacking-Schlafsacks beachten.

Daunen-Schlafsäcke sind besonders leicht und komprimierbar.

Selbst hochwertige Modelle für das Wintercamping bringen gerade einmal 600 bis 800 g auf die Waage. Mehr Isolation als diese ultraleichten Schlafsäcke bieten jedoch Varianten, die ab 800 g starten.

Kunstfaserschlafsäcke präsentieren sich im Schnitt deutlich schwerer. Außerdem lassen sie sich weniger platzsparend zusammenpacken.

Reißverschlüsse

Hohe Anforderungen werden an die Reißverschlüsse von Schlafsäcken gestellt – schließlich sorgen erst sie dafür, dass du das gute Stück auch verschließen kannst.

Der Reißverschluss muss sich geschmeidig bewegen lassen, ohne zu verklemmen.

Achte darauf, dass der Stoff rund um den Reißverschluss möglichst steif ist. So kann er sich nicht beim Schließen verfangen und im schlimmsten Fall reißen.

Des Weiteren sollten die Reißverschlüsse durch eine Abdeckleiste isoliert sein. Ansonsten könnte Wärme aus dem Schlafsack entweichen und kalte Luft eindringen.

Aus demselben Grund gilt: je kürzer der Reißverschluss, desto besser die Isolierung. Du musst selbst entscheiden, ob du dafür auf Komfort beim Hineinschlüpfen verzichten möchtest.

Zweiwege-Reißverschlüsse sind keine Pflicht, erleichtern jedoch die Benutzung. So kannst du deinen Schlafsack am Kopf- oder Fußende öffnen – je nachdem, wo du warme Luft nach draußen leiten möchtest.

Kammern und Nähte

Ein Schlafsack kann noch so dick mit Daunen oder Kunstfasern gefüttert sein – die Wärmewirkung würde bei zu vielen Nähten verloren gehen. Darum kommen komplett durchgesteppte Nähte höchstens für Sommerschlafsäcke zum Einsatz.

Bei Winterschlafsäcken haben sich folgende Nähe durchgesetzt:

  • H-Kammern: leichteste Konstruktionsform, die ein starkes Aufbauschen der Füllung zulässt
  • V-Kammern: vermeiden Kältebrücken am effektivsten, erhöhen jedoch das Gewicht
  • Trapezkammern: Kompromiss aus H- und V-Kammern; kommen meist für Drei-Jahreszeiten-Schlafsäcke zum Einsatz
  • Schindel-Konstruktionen: eine besonders gut isolierende Lösung für Kunstfaser-Schlafsäcke

Wasserbeständigkeit

Wer zu Bikepacking-Touren in regnerischen Gefilden aufbricht, sollte die Anschaffung eines wasserdichten Schlafsacks erwägen.

Diese Modelle halten Feuchtigkeit durch eine Membran und verschweißte Nähte besonders gut ab.

Allerdings erhöht der Wasserschutz das Gewicht. Wichtig ist, dass das Material des Schlafsacks atmungsaktiv ist.

Sonst könnte sich Feuchtigkeit während des Schlafs im Inneren sammeln und die Isolierung beeinträchtigen.

Du kannst übrigens auch einen herkömmlichen Schlafsack gegen Wasser schützen – und zwar mit einem Imprägnierspray.

Hundertprozentigen Schutz oder eine lange Wirkung solltest du jedoch nicht erwarten.

Budget und Kosten

Wie viel Geld du für einen hochwertigen Bikepacking-Schlafsack ausgeben musst, hängt vor allem vom Typ und dem Einsatzzweck ab.

Während Sommerschlafsäcke bereits ab 50 Euro verfügbar sind, solltest du für einen guten Drei Jahreszeiten- oder Winterschlafsack mindestens das Doppelte einplanen.

Generell gilt: Je besser die Isolationsleistung des Schlafsacks, desto höher der Preis – allein schon aufgrund der technisch aufwändigen Kammer-Konstruktionen.

Mit Daunen gefütterte Modelle sind nach wie vor teurer als Kunstfaser-Schlafsäcke, und auch Features wie eine wasserdichte Hülle, Kapuzen, Wärmekragen und Doppel-Reisverschlüsse treiben den Preis nach oben.

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Nützliche Schlafsack-Features

Folgende Extras können nicht nur die Wärmeleistung, sondern auch den Komfort eines Schlafsacks verbessern:

Kapuze

Wir Menschen verlieren bis zu 30 % unserer Körperwärme über den Kopf. Ein Schlafsack für das Wintercamping sollte darum eine Kapuze besitzen. Wenn sich diese mit Kordeln festziehen lässt, kannst du die Isolation flexibel anpassen.

Wärmekragen

Ebenso wichtig für das Camping im Winter ist ein Wärmekragen, der vor Zugluft schützt und warme Luft im Inneren hält. Dieser Kragen sollte sich ebenfalls mit Kordeln verstellen lassen.

Taschen

Taschen sind keine Pflicht – jedoch praktisch, wenn du Akkus oder Power Banks vor Kälte schützen möchtest. Manche Schlafsäcke verfügen sogar über gefütterte Taschen, die deine Hände wärmen.

Fußbox

Für alle, die nachts unter kalten Füßen leiden, wurden Schlafsäcke mit isolierter Fußbox entwickelt. Bei diesen ist der Fußraum besonders dick ausgepolstert.

Outdoor-Schlafsack einpacken

Urheber: anatoliygleb

Bikepacking-Schlafsäcke Produktempfehlungen

Die Auswahl an Schlafsäcken ist riesig. Die Hersteller sorgen für immer neue Materialien und Technologien. Nachfolgend schlage ich dir exemplarisch zwei meiner Favoriten je Kategorie vor.

Sommerschlafsäcke

Sea to Summit Spark Schlafsack

Foto:© Sea to Summit

Typ: Mumienschlafsack
Füllung: Daune
Gewicht: 260 g (large)
T-compf: 14 °C
T-lim: 10 °C
Zum Produkt*

Preis inkl. MwSt., zzgl. Versandkosten. Der angegebene Preis kann seit der letzten Aktualisierung gestiegen sein. Maßgeblich für den Verkauf ist der tatsächliche Preis des Produkts, der zum Zeitpunkt des Kaufs auf der Website des Verkäufers stand. Eine Echtzeit-Aktualisierung der vorstehend angegebenen Preise ist technisch nicht möglich. * = Affiliate Links. Bilder von Amazon PA-API.

Vaude-Schlafsack

Foto:© Vaude

Typ: Mumienschlafsack
Füllung: Kunstfaser
Gewicht: 1050 g
T-compf: 9 °C
T-lim: 4 °C
Zum Produkt*

Preis inkl. MwSt., zzgl. Versandkosten. Der angegebene Preis kann seit der letzten Aktualisierung gestiegen sein. Maßgeblich für den Verkauf ist der tatsächliche Preis des Produkts, der zum Zeitpunkt des Kaufs auf der Website des Verkäufers stand. Eine Echtzeit-Aktualisierung der vorstehend angegebenen Preise ist technisch nicht möglich. * = Affiliate Links. Bilder von Amazon PA-API.

Drei Jahreszeiten-Schlafsäcke

carinthia bikepacking-schlafsack

Foto:© Carinthia

Typ: Mumienschlafsack
Füllung: Kunstfaser
Gewicht: 990 g (large)
T-compf: 5,8 °C
T-lim: 0,9 °C
Zum Produkt*

Preis inkl. MwSt., zzgl. Versandkosten. Der angegebene Preis kann seit der letzten Aktualisierung gestiegen sein. Maßgeblich für den Verkauf ist der tatsächliche Preis des Produkts, der zum Zeitpunkt des Kaufs auf der Website des Verkäufers stand. Eine Echtzeit-Aktualisierung der vorstehend angegebenen Preise ist technisch nicht möglich. * = Affiliate Links. Bilder von Amazon PA-API.

Sea to Summit Spark 2 Schlafsack

Foto:© Sea to Summit

Typ: Mumienschlafsack
Füllung: Daune
Gewicht: 571 g (large)
T-compf: 4 °C
T-lim: -2 °C
Zum Produkt*

Preis inkl. MwSt., zzgl. Versandkosten. Der angegebene Preis kann seit der letzten Aktualisierung gestiegen sein. Maßgeblich für den Verkauf ist der tatsächliche Preis des Produkts, der zum Zeitpunkt des Kaufs auf der Website des Verkäufers stand. Eine Echtzeit-Aktualisierung der vorstehend angegebenen Preise ist technisch nicht möglich. * = Affiliate Links. Bilder von Amazon PA-API.

Winterschlafsäcke

mauntin hardwear sleeping bag

Foto:© Mountain Hardwear

Typ: Mumienschlafsack
Füllung: Kunstfaser
Gewicht: 2155 g (long)
T-compf: -11 °C
T-lim: -18 °C
Zum Produkt*

Preis inkl. MwSt., zzgl. Versandkosten. Der angegebene Preis kann seit der letzten Aktualisierung gestiegen sein. Maßgeblich für den Verkauf ist der tatsächliche Preis des Produkts, der zum Zeitpunkt des Kaufs auf der Website des Verkäufers stand. Eine Echtzeit-Aktualisierung der vorstehend angegebenen Preise ist technisch nicht möglich. * = Affiliate Links. Bilder von Amazon PA-API.

rab winterschlafsack

Foto:© Rab

Typ: Mumienschlafsack
Füllung: Daune
Gewicht: 896 g (long)
T-compf: -5 °C
T-lim: -12 °C
Zum Produkt*

Preis inkl. MwSt., zzgl. Versandkosten. Der angegebene Preis kann seit der letzten Aktualisierung gestiegen sein. Maßgeblich für den Verkauf ist der tatsächliche Preis des Produkts, der zum Zeitpunkt des Kaufs auf der Website des Verkäufers stand. Eine Echtzeit-Aktualisierung der vorstehend angegebenen Preise ist technisch nicht möglich. * = Affiliate Links. Bilder von Amazon PA-API.

Individualisierung

Wenn du bereit bist, etwas mehr in deinen Bikepacking-Schlafsack zu investieren, solltest du über die Möglichkeit nachdenken, dir einen auf deine Bedürfnisse angepassten Schlafsack anfertigen zu lassen.

Die polnische Firma Culumus-Equipment ist Spezialist auf diesem Gebiet. Ich habe mir dort einen Liteline 300 personalisieren lassen und bin nach wie vor sehr begeistert von dem Produkt.

Aufbewahrung und Pflege von Schlafsäcken

Wie du deinen Schlafsack am besten aufbewahrst und reinigst, entnimmst du am besten den Angaben des Herstellers.

Daneben gibt es allgemeine Tipps, die die Lebensdauer von Schlafsäcken erhöhen können:

Aufbewahrung

Während deiner Bikepacking-Tour empfiehlt es sich, den Schlafsack in einem platzsparenden Packsack zu verstauen, der meist mitgeliefert wird.

Beachte jedoch, dass dauerhaftes Zusammenstauchen die Füllung des Schlafsacks beschädigen kann. Das verringert die Wärmeleistung.

Spätestens zu Hause solltest du den Schlafsack daher in einer größeren Hülle verstauen oder – noch besser – locker aufhängen. So behalten Kunstfasern und Daunen ihre Bauschkraft.

Apropos Daunen: Wie bereits erwähnt, ist dieses Material anfällig für Nässe. Du solltest einen Daunen-Schlafsack daher nie feucht einpacken.

Reinigung

Für die Hand-Reinigung eines Daunenschlafsacks gehst du am besten folgendermaßen vor:

  • Schließe alle Reißverschlüsse.
  • Lege deinen Schlafsack mit ausreichend lauwarmem Wasser und einem speziellen Waschmittel in die Badewanne.
  • Drücke per Hand die Luft raus und lass den Schlafsack ca. eine Stunde einweichen.
  • Sorgfältig ausspülen.
  • Den Schlafsack sachte ausdrücken. Auf keinen Fall auswringen. Damit kannst Du im Worst Case die Füllung und die Kammern beschädigen.

Maschinenwäschen sollten grundsätzlich vermieden werden. Sollte es aber doch einmal notwendig sein, dann:

  • Drehe den Schlafsack um, sodass das Innere nach außen zeigt
  • Verwende ein spezielles Fein- oder Wollwaschprogramm, das die Federn geschmeidig hält.
  • Verwende ein spezielles Waschmittel.
  • Wähle das niedrigste Schleuder-Programm deiner Waschmaschine aus.
  • Nach dem Waschen lohnt sich ein extra-Spülgang mit klarem Wasser. So werden die letzten Waschmittel-Reste aus den Daunen entfernt.

Ebenso wichtig ist das richtige Trocknen:

  • Nach dem Waschvorgang solltest du den Schlafsack waagerecht auf einen Wäscheständer legen. So vermeidest du, dass die Daunen im Inneren verrutschen oder die Kammern beschädigt werden.
  • Nach einer Stunde wird es Zeit für den Trockner. Diesen solltest du maximal auf 40° C einstellen und 1–1,5 Stunden laufen lassen. Tennisbälle in der Trommel verhindern, dass die Daunen verklumpen.
  • Danach schüttelst du den Schlafsack aus und wiederholst das Trockenprogramm noch 3 bis 4 Mal.

Bei Kunstfaser-Schlafsäcken ist das Vorgehen identisch – mit einem Unterschied: Du kannst problemlos gewöhnliches Waschmittel verwenden. Weichspüler ist auch hier tabu.

4 Tipps, um die Wärmeleistung deines Schlafsacks zu erhöhen

1) Inletts

Inletts im Schlafsack erhöhen die Isolation und damit die Wärmeleistung eines Bikepacking-Schlafsacks.

Jedoch gibt es Unterschiede: So gelten Microfleece und Merinowolle als absolute Spitzenreiter; Seide ist im Mittelfeld angesiedelt, während Baumwolle und Microfaser am wenigsten Isolation beisteuern.

Ein weiterer Vorteil von Inletts: Der Schlafsack bleibt im Inneren länger sauber. Du musst ihn also nur selten waschen, was die Lebensdauer erhöht.

2) Wärmflasche

Was bereits unsere Omas empfahlen, ist auch beim Wintercamping sinnvoll.

Du solltest jedoch höchsten Wert darauf legen, dass die Flasche dichthält – besonders, wenn du einen Daunenschlafsack verwendest.

Hast du keine Wärmflasche dabei, erfüllt eine Thermoskanne mit heißem Wasser den gleichen Zweck.

3) Die richtige Kleidung

Der Mythos, dass man bekleidet in einem Schlafsack mehr frierst als nackt, gilt heutzutage als überholt.

Fakt ist jedoch: Baumwollkleidung begünstigt das Schwitzen, was sich negativ auf die Isolation auswirkt. Besser ist es, du trägst im Schlaf Funktionswäsche.

4) Schlafsack auspolstern

Apropos Kleidung: Hast du deinen Schlafsack eine Nummer zu groß gekauft, bleibt am Fußende höchstwahrscheinlich viel Leerraum, der die Wärmeleistung verringert.

Das Problem kannst du beheben, indem du den Fußraum mit Kleidung ausstopfst. Als Nebeneffekt wird die Kleidung in der Nacht gewärmt.

Das nachfolgende Video erklärt sehr detailliert, worauf es beim Kauf eines Schlafsacks ankommt:

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Fazit

Du siehst: Aus dem Schlafsack-Kauf könnte man eine Wissenschaft für sich machen.

Je länger deine Bikepacking-Tour ist, desto wichtiger wird das Abwägen unterschiedlicher Kriterien – schließlich wirst du in deinem Bikepacking-Schlafsack wohl oder übel die nächsten Tage oder gar Wochen verbringen.

Darum hier noch einmal die wichtigsten Tipps im Überblick:

  • Orientiere dich als erstes am Schlafsack-Typ, der für dein Reiseziel relevant ist: Sommer-, Winter- und Drei Jahreszeiten-Schlafsäcke stehen zur Auswahl.
  • Versuch dann, die erwartete Tiefsttemperatur realistisch einzuschätzen. Dein Schlafsack sollte auch bei 5° niedrigeren Temperaturen noch komfortabel warmhalten.
  • Stell dir die Frage: Welches Gewicht und Packmaß ist tragbar? Dementsprechend wird die Entscheidung zwischen Daune und Kunstfasern anders ausfallen.
  • Beachte auch, dass Daunen sich nur schlecht mit Feuchtigkeit vertragen. In regnerischen Gebieten ist darum eine wasserdichte Hülle Pflicht, wenn du nicht auf Kunstfasern zurückgreifen willst.
  • Stehen Form und Material des Schlafsacks fest, solltest du das Zubehör auswählen: vor allem in kalten Nächten stellen Kapuze, Wärmekragen und Taschen eine gute Investition dar. Beachte jedoch, dass diese Features das Gewicht (und den Preis) erhöhen.

Ich wünsche dir viel Erfolg bei der Auswahl deines Bikepacking-Schlafsacks!

Happy Bikepacking

Dennis

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Urheber Titelbild: Geosmina

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