Nach der Bikepacking-Tour – Ankommen, Auspacken, Erinnern

Selbst die schönste Bikepacking-Tour geht irgendwann zu Ende. Dann kommt ein Teil, auf den du dich in der Wildnis bestimmt schon lange gefreut hast: zu Hause ankommen, entspannen und die auf der Reise gesammelten Eindrücke Revue passieren lassen.

Natürlich hast du dir deine Pause redlich verdient.

Dennoch gibt es Aufgaben, die du möglichst bald erledigen solltest, damit du problemlos zum nächsten Trip aufbrechen kannst.

Die Pflege und Reinigung deines Fahrrads gehört genauso dazu wie kleine Reparaturen und die richtige Lagerung von Schlafsack und Zelt.

Ich verrate dir, was es dabei zu beachten gibt.

Außerdem erfährst du Möglichkeiten zur "aktiven Erholung", die dir beim Regenerieren helfen und wie du deine Reise-Erinnerungen kreativ für die Nachwelt festhalten kannst.

Ankommen und neue Kraft tanken

Das Entspannen nach einem anstrengenden Trip gehört unbedingt zur Bikepacking-Erfahrung dazu – und kann sogar notwendig sein.

Besonders Anfänger sollten sich Zeit zum Regenerieren nehmen, bevor sie zur nächsten Reise aufbrechen.

Wie viel Zeit?

Das kommt vor allem auf die Länge der Tour an.

In jedem Fall solltest du mit anstrengenden Trainingseinheiten pausieren, bis sich dein Muskelkater gelegt hat.

Ansonsten würdest du den Heilungsprozess der Muskulatur hinauszögern.

Doch Regeneration bedeutet im Idealfall mehr, als nur faul auf der Couch zu liegen.

Beispiele gefällig?

  • Mit Dehnübungen, Yoga oder Pilates kannst du Verkürzungen der Muskulatur vorbeugen, die während der Radreise stark beansprucht wurde.

  • Spaziergänge an der frischen Luft sind durchaus erlaubt – genau wie Jogging oder Schwimmen. So aktivierst du außerdem Muskeln, die beim Training auf dem Rad normalerweise zu kurz kommen.

  • Plagen dich Schmerzen im Gesäß oder den Beinen? Dann probiere es doch einmal mit Faszientraining. Durch die Behandlung mit Rolle oder Ball kannst du dein Bindegewebe geschmeidig halten, was auch die Verletzungsgefahr beim nächsten Trip reduziert.

  • Besonders im Winter wirken Saunagänge wohltuend, regen den Abtransport von Giftstoffen an und stärken dein Immunsystem.

  • Auch die richtige Ernährung trägt zur Regeneration bei: So helfen essenzielle Aminosäuren, wie sie beispielsweise in Milchprodukten enthalten sind, strapazierte Muskelfasern zu reparieren.

Fahrrad reinigen

Besonders nach Bikepacking-Touren durch unwegsames Gelände solltest du dein Fahrrad reinigen – nicht nur aus optischen Gründen.

So stellst du auch sicher, dass es in einwandfreiem Zustand bleibt:

Als erstes benötigst du eine Bürste und Seifenwasser (Fahrradreiniger), um das Bike vom gröbsten Schmutz zu befreien.

Wer sich das Schrubben sparen will, kann auch einen Hochdruckreiniger benutzen. Doch Vorsicht: Achte darauf, empfindliche Teile wie die Lager nicht zu beschädigen.

Weniger Power ist hier sinnvoll.

Zur Reinigung des Antriebsstrangs eignet sich ein Entfetter, den du ein paar Minuten einwirken lässt.

Anschließend kannst du Kette, Kettenblätter und das Schaltwerk mit Bürsten reinigen, um hartnäckigen Schmutz zu entfernen.

Mit der Zeit wird die Federung (falls vorhanden) durch feinen Schmutz abgerieben. Darum empfiehlt es sich, diese regelmäßig zu reinigen.

Wenn das Fahrrad sauber und trocken ist, kannst du die Kette neu einfetten. Überschüssigen Schmierstoff nach 5-minütigem Einwirken mit einem Lappen entfernen.

Achte darauf, dass kein Öl auf die Bremsanlage gelangt.

Wenn dein Fahrrad sauber und trocken ist, kannst du prüfen, ob es sichtbare Beschädigungen gibt (durchgescheuerte Kabel, Risse im Rahmen).

Zelt trocknen

Urheber: mathisa

Auspacken – Lagerung und Pflege der Ausrüstung

Nach der Bikepacking-Tour musst du natürlich deine Kleidung und Utensilien auspacken.

Sind Gegenstände kaputtgegangen oder verschlissen, solltest du dir gleich notieren, für die nächste Tour Ersatz zu beschaffen.

Das gilt vor allem für Ausrüstung, die du mit langer Wartezeit bestellen musst.

Viele Bikepacker ziehen außerdem beim Auspacken Bilanz darüber, welche Gegenstände sie gar nicht oder nur sehr selten gebraucht haben.

Diese Ausrüstung kannst du beim nächsten Trip getrost zuhause lassen, um Gewicht zu sparen.

Bikepacking-Taschen

Die Pflege der Bikepacking-Taschen gestaltet sich recht simpel.

Die Taschen sollten zunächst von groben Verunreinigungen gesäubert werden. Am beste geht das mit einer Wurzelbürste und falls notwendig mit etwas Wasser bzw. Seifenlauge.

Sollte sich im Inneren der Taschen noch Schmutz wie Sand oder Krümel befinden, kannst du die Taschen ausklopfen oder ausschütteln.

Anschließend können die Taschen an einen sauberen und trockenen Ort zum Trocknen aufgegangen werden.

Vorher solltest du noch einmal kontrollieren, ob auch wirklich nichts mehr in den Taschen ist.

Zelt / Unterkunft

Besonders Meersalz, Vogelkot und Sand können den Stoff deines Zelts / Tarps mit der Zeit beschädigen.

Wenn das Obermaterial verschmutzt ist, solltest du es also gleich nach dem Heimkommen reinigen. Dafür genügt Wasser und mildes Spülmittel.

Lass dein Zelt/Tarp anschließend gut trocknen – idealerweise draußen an der Sonne.

Ist dies nicht möglich, kannst du es auch über den Wäscheständer hängen.

Bei der Lagerung solltest du auf einen trockenen Standort achten.

Überprüfe dafür am besten die Luftfeuchtigkeit mit einem Hygrometer.

Um auf Nummer sicher zu gehen, kannst du Päckchen mit Silica-Gel, die Restfeuchtigkeit aufsaugen, in den Zeltstoff legen.

Apropos Zeltstoff: Dieser muss sich ausdehnen können, weshalb die Packtasche für das längere Verstauen nicht ideal ist.

Besser eignet sich ein größerer Sack aus Baumwolle, in den du das Zelt locker hineinsteckst.

Der Sack sollte sich zubinden lassen, um Staub und Ungeziefer fernzuhalten.

Schlafsack

Ein Schlafsack ist dein unverzichtbarer Begleiter auf Bikepacking-Trips.

Doch während dünne Sommer-Schlafsäcke sich relativ pflegeleicht präsentieren, gibt es bei Winterschlafsäcken aus Daunen oder Kunstfasern einiges zu beachten:

Als erstes solltest du den Schlafsack an einem trockenen Ort aufhängen, damit sich kein Schimmel bilden kann.

Das Trocknen ist besonders bei Daunen wichtig, da sie durch Feuchtigkeit verklumpen (wenn sie nicht entsprechend behandelt sind).

Damit das Füllmaterial seine Isolierung behält, muss es sich ausdehnen können. Bewahre den Schlafsack daher nicht im Packsack, sondern in einer lockeren Hülle auf.

Stopfen ist besser als Rollen, da die Füllung so immer an unterschiedlichen Stellen gestaucht wird.

Das verringert die Materialermüdung.

Ist der Schlafsack so stark stark verschmutzt das er per Hand nicht mehr sauber wird, kannst du ihn in der Waschmaschine reinigen.

Wie das geht, und was du beim Trocknen beachten solltest, haben wir in diesem Artikel beschrieben: Der große Bikepacking-Schlafsack Guide

Tipp:  Je seltener du deinen Schlafsack in der Waschmaschine reinigst, desto länger die Lebensdauer. Um trotzdem die nötige Hygiene zu gewährleisten, empfehlen sich Inletts, die du in den Schlafsack legst. So lässt sich außerdem die Isolation verbessern.

Kleidung

Auf Bikepacking-Touren in abgelegenen Gebieten sind die Waschmöglichkeiten begrenzt.

Darum solltest du deine Bikepacking-Kleidung gleich nach dem Trip in der Waschmaschine reinigen.

Während sich T-Shirts, Hosen und Unterwäsche aus Baumwolle oder Polyester recht pflegeleicht präsentieren, ist bei Funktionskleidung mehr Sorgfalt gefragt:

Damit diese atmungsaktiv bleibt, sind gewöhnliches Waschpulver, Weichspüler und Bleichmittel tabu.

Stattdessen empfiehlt sich spezielles Waschmittel für Funktionskleidung.

Wähle eine Maximaltemperatur von 40° C und schleudere die Stücke bei höchstens 600 Umdrehungen.

Alle Reißverschlüsse müssen geschlossen werden.

Außerdem ist ein Waschgang mit klarem Wasser sinnvoll, um Waschpulverreste auszuspülen.

Diese Hinweise gelten auch für Isolationsjacken, die auf winterlichen Touren zum Einsatz kommen.

Allerdings sollten diese nur bei starken Verschmutzungen gereinigt werden, da jeder Waschgang eine Belastung für das Material darstellt.

Achte außerdem darauf, für Daunenjacken ein spezielles Daunen-Waschmittel zu verwenden, damit die Füllung geschmeidig bleibt.

Campingkocher reinigen

Urheber: wwwarjag

Kochequipment

Auch dein Kochequipment wirst du auf Bikepacking-Touren höchstwahrscheinlich nur oberflächlich reinigen können.

Darum schadet es nicht, dieses zuhause gründlich sauberzumachen.

Haben sich Speisereste in deine Töpfe oder Pfannen eingebrannt, stößt die Spülmaschine schnell an ihre Grenzen.

Gute Dienste leisten raue Schwämme und Stahlwolle. Diese Utensilien sollten jedoch ausschließlich für unbeschichtetes Equipment zum Einsatz kommen.

Wer sich das mühselige Abschrubben sparen möchte, kann auf ein Hausmittel zurückgreifen: Backpulver.

Dieses mischst du mit Wasser zu einer Paste, die auf die angebrannten Stellen aufgetragen wird.

Anschließend erhitzt du den Topf und lässt alles für eine Stunde einwirken, bevor du die eingeweichte Kruste entfernst.

Nicht emaillierte Töpfe und Pfannen aus Gusseisen darfst du nicht in der Spülmaschine reinigen.

Auch starke Säuren haben auf dem Material nichts verloren.

Zwar halten Aluminium und Titan die Reinigung in der Spülmaschine aus.

Durch die Salze in den Tabs können sich jedoch unschöne Verfärbungen bilden. 

Kleinere Reparaturen

Bei Touren in der Natur wird dein Fahrrad unweigerlich in Mitleidenschaft gezogen.

Vielleicht musstest du deinen Reifen auf der Reise notdürftig flicken. In diesem Fall solltest du zuhause überprüfen, ob er wirklich dichthält.

Auch empfiehlt es sich, die Bremsen zu checken und gegebenenfalls nachzuziehen bzw. die Beläge auszutauschen.

Sind Risse in Rahmen, Gabel oder Lenker zu sehen, haben sich die Pedale gelockert, funktioniert die Beleuchtung?

Eine genaue Prüfung hilft dir, sicher und komfortabel in dein nächstes Bikepacking-Abenteuer zu starten.

Auch deine Ausrüstung solltest du überprüfen und gegebenenfalls ausbessern.

Dazu gehört das Flicken von Rissen in Kleidung oder Taschen genauso wie eine Reparatur der Reißverschlüsse und das Schienen von angebrochenen Zeltstangen.

Heimkehr nach einer Bikepacking Tour

Urheber: Geosmina

Erinnern

Ist die Arbeit getan, stellen sich viele Bikepacker die Frage:

Wie organisiere ich meine Reiseerinnerungen in Form von Fotos und Videos am besten?

Natürlich kannst du diese einfach auf deinem Smartphone oder Laptop speichern und deinen Freunden zeigen.

Doch heutzutage gibt es noch viel mehr Möglichkeiten:

  • Lade deine Bilder auf Instagram oder Facebook hoch.

  • Erstelle ein Reisetagebuch mit Fotos und Texten. Apps wie Journi und FindPenguins erlauben das Einfügen von Karten, mit denen Freunde deine Route nachverfolgen können.

  • Spiele Regisseur und füge die Bilder zu einem Video zusammen. Dazu noch die passende Musik, und ab auf Youtube damit!

  • Blogge über deine Erlebnisse auf einer eigenen Website. Bei Anbietern wie WordPress oder Wix benötigst du für eine einfache Website nur wenig technische Kenntnisse.

  • Schwimme gegen den digitalen Trend und klebe deine Schnappschüsse in ein echtes Fotobuch ein.

Hilfreiche Apps

Ob für die Planung einer neuen Tour oder für die Dokumentation deiner schönsten Erinnerungen.

Es gibt zahlreiche Apps, die dir dabei helfen, dich zu organisieren, neue Pläne zu schmieden oder Video- und Fotomaterial zu bearbeiten.

Nachfolgend findest du eine kleine Auswahl meiner Favoriten:

Reisetagebuch / Dokumentation

FindPenguins: Reisetagebuch / Reisedokumentation

Journi: Digitale Fotobücher

Film & Foto

VSCO: Bild- und Videobearbeitung

Adobe Lightroom: Bildbearbeitung

Planung & Organisation

Packr: Digitale Packliste

TripIt: Organisation von Reisedokumenten / Reiseplanung

Neue Pläne schmieden

Nach der Tour ist vor der Tour!

Und seien wir mal ehrlich, dass Planen einer neuen Bikepacking-Tour, die Vorbereitung und die Vorfreude sind manchmal genauso spannend wie die Tour selbst - zumindest geht es mir oft so.

Fazit

Kurzes Durchschnaufen nach dem Bikepacking-Trip ist absolut legitim.

Doch bevor du dich zurücklehnst, solltest du dein Fahrrad und die Ausrüstung überprüfen, gegebenenfalls reinigen und richtig lagern.

Folgende Checkliste hilft dir dabei, nichts zu vergessen:

  1. Bikepacking-Taschen von groben Verunreinigungen befreien und trocknen lassen

  2. Schlafsack aus dem Packsack nehmen und aufhängen. Danach so aufbewahren, dass er sich ausdehnen kann

  3. Zelt reinigen, trocknen und locker zusammenlegen

  4. Fahrrad und Komponenten reinigen

  5. Kleidung bei Bedarf in der Waschmaschine waschen

  6. Kochgeschirr reinigen.

Wenn du diese Schritte befolgst, steht dem nächsten aufregenden Bikepacking-Trip nichts mehr im Weg!

Natürlich solltest du dich nicht nur um die Ausrüstung kümmern, sondern auch deinem Körper die nötige Erholung zukommen lassen.

Lockere Dehn- und Sportübungen, die richtige Ernährung und Entspannen in der Sauna helfen dir bei der Regeneration.

Außerdem kannst du die Ruhepause nutzen, um deine Reiseerlebnisse kreativ für die Nachwelt festzuhalten.

Happy Bikepacking

Dennis

Weiterführende Links

Urheber Titelbild: Restrap

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