Deine erste Bikepacking-Tour – Das solltest du beachten!

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Jeder erinnert sich an seine erste Bikepacking-Tour oder an seine erste mehrtägige Radreise.

Meine war 2010, als ich an einem Wochenende spontan beschloss von Köln nach Koblenz zu fahren. Ich war vorher noch nie länger als 4 Stunden am Stück mit dem Rad unterwegs und schon gar nicht mit Gepäck.

Bikepacking war damals noch kein Begriff für mich. Meine erste kleine Tour erschien mir lediglich als eine gute Möglichkeit ein freies Wochenende zu nutzen, mich draußen in der Natur sportlich zu betätigen und den Kopf etwas frei zu bekommen.

Gesagt, getan. Ich kaufte mir also ein paar Packtaschen für meinen Gepäckträger, buchte ein Zimmer in der Jugendherberge (ein Zelt besaß ich zu diesem Zeitpunkt noch nicht) und machte mich wenig bis gar nicht vorbereitet auf den Weg. Bis zu meinem Ziel waren es schließlich nur schlappe 85km (oneway), was sollte da schon groß schief gehen.

Im Laufe meiner Ausfahrt regnete es quasi permanent in Strömen, mir ging schon sehr bald das Wasser aus und ich habe zu wenig gegessen, so dass mir bereits nach 50 km  die Puste ausging und ich war durch und durch nass.

Auch wenn mein erstes Bikepacking bzw. Radreise Erlebnis nur zwei Tage dauerte und insgesamt nur 160 km lang war, war es eine tolle Erfahrung für mich und ich habe mich sofort in diesen Sport verliebt.

Um mit dem Bikepacken anzufangen benötigt man weder viel Erfahrung, noch High-Tech- Equipment – das kann alles nach und nach kommen.

Für deinen mehrtägigen Ausritt benötigst du ein Fahrrad auf dem du dich wohlfühlst, Ausrüstung für ein Nachtlager (falls du nicht im Hostel oder in einer Jugendherberge übernachtest), die Möglichkeit dein Gepäck und etwas Kleidung zu transportieren (Rucksack, Packtaschen) und eine Strecke, die du bewältigen möchtest.

Das Fahrrad für die erste Bikepacking-Tour

Fullys können großartige Bikepacking-Bikes sein. Genau wie Hardtails. Auch Cross-Bikes erfüllen ihren Zweck. Wenn du hauptsächlich auf Straße und glattem Untergrund unterwegs sein wirst, funktionieren auch Rennräder bzw. Gravel Bikes. Fat-Bikes sind toll auf Schnee, Sand, Trails und – wenn es dir nichts ausmacht, dich auf Asphalt mit ihnen abzuquälen.

Das „richtige Fahrrad“ für das Bikepacken gibt es nicht und wie eingangs bereits erwähnt, reicht zum Start ein Fahrrad, auf dem du dich wohlfühlst.

Bevor du deine erste Bikepacking Tour startest, solltest du dich vergewissern, dass dein Fahrrad in gutem und technisch einwandfreiem Zustand ist. Prüfe den Luftdruck und überprüfe deine Reifen auf Verschleiß. Stelle sicher, dass keine Kabel lose „rumbaumeln“ und schau dir dein Fahrrad noch einmal gründlich an.

Auch etwas frisches Öl auf der Kette kann vor einer mehrtägigen Tour nicht schaden.

Solltest du mit einem gefederten Bike fahren, wird sich das zusätzliche Gewicht durch deine Ausrüstung auf die Stoßdämpfer auswirken. Die Federung sollte daher bei voller Beladung noch einmal neu eingestellt werden. Falls du selber nicht weißt, wie das bei deinem Rad funktioniert, lohnt sich der Weg in die nächste Werkstatt.

Auch wenn dein Fahrrad sich in einem perfekten Zustand befindet, kann während einer Tour so einiges passieren. Je nach Länge der Tour solltest du ein individuelles Set an Ersatzteilen und Werkzeugen dabeihaben.

Für kleinere Touren sollten ein Multiwerkzeug*, ein Ersatzschlauch, Flickzeug, Luftpumpe*, Reifenheber, etwas Klebeband und Kabelbinder ausreichen, um die erste mehrtägige Ausfahrt zu überstehen.

Bikepacking-Tour

Foto: S19_9590_VAUDE_Korsika_Gantzhorn_r © Vaude

Camping Ausrüstung (falls du vorhast zu campen)

Zum Campen braucht man nicht viel Ausrüstung. Man braucht einen Schlafsack*, am besten eine Isomatte* und, wenn es regnet, ein Zelt oder ein Tarp. Schlafen unter den Sternen in einem Biwaksack* oder einfach nur einem Schlafsack ist für wahre Outdoor-Fans ein fantastisches Erlebnis.

Wenn du lieber etwas mehr Privatsphäre, Schutz und Geborgenheit möchtest, dann solltest du zum Zelt greifen.

Tipp:  Sorge immer dafür, dass deine Schlafkleidung trocken bleibt. Das funktioniert am besten in wasserdichten Packsäcken. Egal wie nass und kalt deine Radsocken sind – ziehe auf keinen Fall deine trockenen Schlafsocken an – es sei denn du hast es nicht mehr weit bis nach Hause.

Nahrungsaufnahme

Wenn es um die Campingküche geht, kommt man auf kürzeren Bikepacking-Touren ohne weiteres ohne einen Gaskocher aus. Wenn du eine Tour in „zivilisierten“ Gegenden unternimmst, wird sich immer die Gelegenheit bieten eine warme Mahlzeit zu bekommen.

Wenn du dich selber versorgen möchtest, solltest du darauf achten, dass die Lebensmittel nicht allzu groß und damit auch schwer ausfallen. Instant-Gerichte bieten mittlerweile eine solide und oft auch leckere Nahrungsquelle. Riegel, Gels oder getrocknetes Obst sind schnelle Energielieferanten und helfen dir zuverlässig aus einem Leistungstief.

Wasser solltest du immer ausreichend dabeihaben, oder dafür sorgen, dass du dich auf deiner Route regelmäßig mit frischem Wassernachschub versorgen kannst.

Pack-System

Wenn du noch keine Bikepacking-Taschen oder konventionelle Packtaschen besitzt und anfänglich auch noch keine kaufen möchtest, gibt es einige günstigere Alternativen.

Wasserdichte Packsäcke* sind preiswert und lassen sich mittels langer Klett-Kabelbinder* oder anderen Gurten einfach am Lenker oder am Rahmen befestigen. Kleidungsstücke, die schnell erreichbar sein müssen, wie z.B. eine Regenjacke, können noch zusätzlich mit unter die Gurte geschoben werden.

Tipp:  Wenn du Gurte direkt am Rahmen befestigen möchtest, empfehle ich dir vorher einen alten Fahrradschlauch zu halbieren und ihn als Schutzschicht über das Rahmenrohr zu ziehen. So bleibt dein Rahmen auch nach deinem ersten Bikepacking-Abenteuer kratzerfrei.

Rucksäcke sind nicht bei allen Bikepackern  beliebt, da sie zusätzliches Gewicht auf den Körper bringen und einen hohen Schwerpunkt haben. Wenn du jedoch darauf achtest, nur leichte Dinge in deinem Rucksack zu verstauen, dann kann ein Rucksack eine prima Ergänzung zu Packsäcken sein – und einen Rucksack hat bestimmt jeder noch irgendwo zuhause.

Wenn du bereits  über klassische Packtaschen verfügst, die am Gepäckträger befestigt werden können (und dein Rad einen Gepäckträger besitzt), dann sind diese ebenfalls eine gute Option.

Packtaschen verleiten, durch ihr relative großes Packvolumen jedoch eher dazu mehr Ausrüstung, Kleidung und Nahrungsmittel mitzunehmen als notwendig, daher achte darauf, dass du trotzdem „leicht unterwegs“ bist.

Spar-Tipp:  Gerade wenn man mit einer Sportart anfängt, möchte oder kann man nicht direkt in das Nonplusultra Equipment investieren. Günstige Outdoor Produkte wie z. B. Zelte, Rucksäcke oder Campingzubehör findest du z.B. bei Decathlon* .

Bikepacking Tour – Auswahl der Route

Dein erster Radreise-Trip muss nicht gigantisch werden. Such dir eine schöne Strecke in deiner Umgebung. In Deutschland gibt es ein breites Netz an Radreiserouten, die sehr gut ausgeschildert sind. So ersparst du dir bei deinen ersten Touren umständliches Navigieren. Informationen dazu findest du unter anderem hier radkompass.de.

Übernachtung

Wenn du es bei deiner ersten Bikepacking-Ausfahrt etwas komfortabler haben möchtest, dann kannst du in Jugendherbergen oder Hostels unterkommen. Hier kannst du den Luxus eines richtigen Betts, einer warmen Dusche und ggf. eines Abendessens genießen.

Wenn du jedoch ein richtiger Outdoor-Fan bist, dann übernachtest du natürlich im Zelt, oder unter freiem Himmel. Entlang beschilderter Radwege, wird es dir nicht schwer fallen einen Campingplatz zu finden, der auf deinem Weg liegt.

Wenn auch ein Campingplatz noch zu wenig Outdoor für dich ist, dann suchst du dir einen geeigneten Schlafplatz in der Natur. Hierzu eignen sich geschützte und etwas abgelegene Plätze, etwa hinter Büschen oder Bäumen.

Auch wenn es noch so romantisch erscheint rate ich davon ab, dein Camp an einem Bachlauf zu errichten. Die höhere Luftfeuchtigkeit wird kondensieren und all dein Equipment und deine Kleidung durchnässen. Zudem ist es an Gewässern tendenziell immer kälter.

Bitte beachte unbedingt immer die regional gültigen Gesetze in Bezug auf campen in der Natur. Zudem sollte es für Bikepacker sowieso selbstverständlich sein, so wenig wie möglich in die Natur einzugreifen und Müll ordnungsgemäß zu entsorgen.

Kontinuierliches Lernen und verbessern

Deine erste Reise wird alles andere als perfekt verlaufen. Du wirst Dinge vergessen und dafür andere zu viel mitnehmen. Wichtig ist, dass du dir diese „Fehler“ merkst und es beim nächsten Mal besser machst.

Packlisten können dabei helfen sich strukturiert auf eine Tour vorzubereiten. Je nach Witterung, Jahreszeit und Routenverlauf benötigst du unterschiedliche Ausrüstungsgegenstände und Kleidung. Nach einiger Zeit und einigen „Fehlern“ wirst du dein Wohlfühl-Setup finden, mit dem du glücklich durch die Landschaft radeln kannst.

Wie du siehst, brauchst du für deine erste Bikepacking-Tour nicht viel außer Neugierde und eine gewisse Basis Ausrüstung. Schnalle etwas Equipment an dein Fahrrad und lege los. Besseres Equipment oder ein professionelleres Rad können immer noch folgen, wenn dich die Bikepacking-Lust voll erwischt hat. Konzentriere dich auf das Wichtigste, den Spaß an der Sache!

Ride on

Titelbild: Trans-Hokkaido Bikepacking Route (beta) | Karikachi Kogen Campground ©Robert Thomson@ Flickr, Lizenz: CC BY-SA 2.0

Letzte Aktualisierung am 6.07.2020 / Affiliate Links / Bilder von der Amazon Product Advertising API

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